„Made My Day“: Lust auf pure Zahntechnik

Der 1. „Keramik Day” kann als Beginn einer leidenschaftlichen Liebesbeziehung bezeichnet werden. Aufregung vor dem ersten Date, Kribbeln während der Anfangsminuten und ein Feuer, das am Ende alle entflammte. Für das erste Date hat sich die Europa-Zentrale von Kuraray rausgeputzt und von einer sehr charmanten Seite gezeigt.

Vier leidenschaftliche Referenten, vier bewährte Vorgehensweisen, ein ausgebuchtes Auditorium. Ob Referenten, Zuhörer oder Veranstalter (Goldquadrat, KurarayNoritake) – der 1. „Keramik Day“ galt der Zahntechnik, der Inspiration und dem Miteinander. Spannende Themen gab es zur Genüge und so konnte nach einem unverfänglichen Näherkommen auf einfachen Smalltalk verzichtet werden.

Jeder der Referenten brachte etwas Besonderes mit: Leidenschaft, Inspiration und erstklassige ausgefeilte Präsentationen.

Das erste Date

Mit vielen Emotionen und aussagekräftigen Informationen inspirierte ZTM Alexander Fink (München) seine Zuhörer. Ein zur japanischen Lebensweise passender Satz führte in sein Thema ein: „Geniale Dinge sind grundsätzlich einfach“. Der Referent sprach über KATANAZirconiaMultilayer (Kuraray Noritake).

ZTM Andreas Piorreck (Leipzig) begann seinen Auftritt bei dem ersten Date ganz „Gentleman’Like“ mit einem Kompliment: „An der Ausrichtung dieser Veranstaltung merkt man, dass hier der Fokus auf Qualität und Nachhaltigkeit gelegt wird.“ Der Referent bevorzugt die Schichttechnik, wobei die Luster-Massen des CZR-System für ihn etwas ganz besonderes sind: „Sie geben meiner keramischen Schichtung Dreidimensionalität und Lebendigkeit“.

Bestens vorbereitet war auch ZTM Christian Lang (Köln), der authentisch über seinen Laboralltag sprach. Kritisch fragte er „Geben wir wirklich immer 100 Prozent?“ Zu Beginn seines Vortrags beschäftigte er sich mit den vier Dimensionen der Farbe und analysierte das Schnittbild eines natürlichen Zahnes. Das Dentin im Inneren wird von einer leicht transluzenten Schicht (Lichtleiter) überzogen. Die äußere Hülle besteht aus einer opalisierenden Schicht. „Die intensive Betrachtung von Zahnschnitten haben mir ein Aha-Erlebnis verschafft“, so der Referent.

Einen bildgewaltigen Vortrag brachte Nondas Vlachopoulus (Athen) mit. Sein Vortrag zeigte einmal mehr, dass sich Zahntechnik nicht auf Daten reduzieren lässt. Wie seine Vorredner verwies er darauf, dass es eine Pflicht des Zahntechnikers sei, den natürlichen Zahn in Struktur und Aufbau zu kennen. Die Herausforderung liege darin, künstliche Materialien so anzuwenden, dass die beeindruckenden Lichtleistungen eines Zahnes nachgebildet werden können.

Wer stetig an seinen Fähigkeiten übt und feilt, wird Erfolg haben. Der Haken: Selbstdisziplin!

„Never mind I'll find someone like you“

„Never mind I’ll find someone like you“, so das Lied des Videos, mit dem Vlachopoulus seinen Vortrag beendete. „Schon gut, ich werde jemanden wie dich finden“, kann auch als Fazit des Tages respektive der Arbeit des Zahntechnikers gezogen werden. Es wird niemals gelingen, den natürlichen Zahn exakt zu kopieren, aber mit geeigneten Materialien, Motivation und Inspiration kann es gelingen, eine optische Illusion des Zahnes zu kreieren.

Ein zweites Date?

Bereits zwei Monate vor dem „Keramik Day” 2014 musste ein Anmeldestopp vergeben werden – ausverkauft! Schade, denn ein solcher Kongress sei viel mehr Zahntechnikern vergönnt. Es war wohltuendend, nicht von Worten wie Wirtschaftlichkeit oder Effizient und berufspolitischen Parolen eingefangen zu werden, sondern pure, enthusiastische Zahntechnik zu erleben. Ein erstes Date ist dafür gedacht, zu entscheiden, ob es ein zweites geben wird. Um nicht sehnsüchtig auf eine neue Verabredung warten zu müssen, wurde noch an diesem Tag eine Entscheidung getroffen: Der „Keramik Day” wird fortgesetzt.

Annett Kieschnick, Berlin