Ausbildung in der Zahntechnik – diesem Thema widmet sich die Ausgabe 11/2016 der Quintessenz Zahntechnik. Für einen Artikel habe ich mit der Berliner Laborinhaberin ZTM Jaqueline Riebschläger (Mehlhorn Zahntechnik) und ihrem Azubi in spe Giuseppe Biondino gesprochen.

Giuseppe Biondino möchte eine Ausbildung zum Zahntechniker absolvieren. Zurzeit macht er ein Praktikum bei Mehlhorn Zahntechnik (Berlin)

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Zahntechniker werden, ist schon lange mein Wunsch

Warum gerade Zahntechniker? Giuseppe antwortet: „Es ist ein schöner und angesehener Beruf. Es braucht viel Fingerspitzengefühl und gerade das filigrane Arbeiten macht mir seit meiner Kindheit viel Spaß. Dass mir der Beruf gefallen könnte, merkte ich in der achten Klasse. Meine Tante ist Zahnärztin und ich erhielt damals erste Einblicke in den abwechslungsreichen Arbeitsalltag in einem Dentallabor. Dass ich jetzt die Chance bekomme, eine Ausbildung zu absolvieren, freut mich sehr. Ich denke, dass ich viel lernen werde und spannende Erfahrungen sammeln kann. Das erste halbe Jahr werde ich als Praktikant tätig sein. Danach entscheiden wir zusammen, ob ich die Ausbildung hier im Dentallabor Mehlhorn beginne.“

Die Laborinhaberin ZTM Jaqueline Riebschläger (Mehlhorn Zahntechnik) sieht in der Ausbildung junger Menschen auch eine soziale Verantwortung.

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Verantwortung für einen jungen Menschen

ZTM Jaqueline Riebschläger über ihre Intention: „Es ist wichtig, soziale Verantwortung zu übernehmen und junge Leute auszubilden, auch wenn es wirtschaftlich zunächst keinen Nutzen bringt. Bei Giuseppe habe ich mich zunächst für ein halbjährliches Praktikum entschieden. Währenddessen bekommt er das Gehalt eines Azubis. Ich verspreche mir vom Praktikum zwei Dinge. Erstens kann der Azubi in spe während dieser Zeit sehen, ob der Beruf ihm wirklich liegt. Zweitens können wir beurteilen, ob es Sinn macht, den jungen Menschen auszubilden.“

Schon während des Praktikums wird die Arbeit von Giuseppe einer klaren Linie folgen, die schriftlich fixiert ist. Sein Tun soll stundenweise aufgeteilt werden, z.B. vormittags Gipsraum, dann zwei Stunden am Arbeitsplatz mit Wachs händisch modellieren und eine Stunde die Auseinandersetzung mit der CAD/CAM-Technologie.

„Du gewinnst nie allein. An dem Tag, an dem du was anderes glaubst, fängst du an zu verlieren.“

Team-Event: Segeltörn von Mehlhorn Zahntechnik auf der Ostsee [August 2016]

Teamevent: Der erste große Einsatz

Der Team-Gedanke im Laboralltag ist für Jaqueline Riebschläger sehr wichtig. Kurz vor dem Praktikumsbeginn von Giuseppe ging die „Mehlhorn-Crew“ an Bord eines Segelschiffes. „Wir waren drei Tage auf einem Segeltörn auf der Ostsee. Das war eine tolle Erfahrung. Wir saßen alle in einem Boot, im wahrsten Sinne des Wortes. Das hat uns die Wichtigkeit eines guten Miteinanders gezeigt. Wir haben gemeinsam ein großes Segelboot manövriert, Spaß gehabt, Ängste abgebaut und kennen uns jetzt noch besser.“ Die Laborinhaberin gibt Giuseppe Biondino ein irisches Sprichwort auf dem Weg zum Zahntechniker: „Wohin die Reise geht, hängt nicht davon ab, woher der Wind weht, sondern wie man die Segel setzt.“

Im nächsten Artikel werde ich mit Giuseppe über seine ersten Monate im Dentallabor Mehlhorn Zahntechnik sprechen.

Annett Kieschnick, Berlin